Psychologie ist keine Geheimwissenschaft. Sie ist unsere innere Kraft!

In diesem Artikel geht es um die öffentliche Sichtbarkeit von Psychologie, die aktuellen Zahlen und die Notwendigkeit, der nächsten Generation JETZT die zentralen Lebenskompetenzen mitzugeben.

Vor 20 Jahren….

Kaum räumt man den Schreibtisch auf, fällt einem etwas Wichtiges in die Hand!
Ich kann es kaum glauben – mein Konzept für PsychoTV 😊 einer Fernsehsendung zum Thema Psychologie!

Tatsächlich ist das Werk vor 20 Jahren geboren – ich war mitten im Psychologie-Studium, und was mir damals in der Fernsehlandschaft fehlte, war eine sinnvolle (!), unterhaltsame (!), fundierte (!) Sendung zum Thema Psychologie – mit dem Fokus auf die positiven Aspekte der Psychologie. Also Prävention. Resilienz. Psychische Gesundheit.

Und so fing ich während meines Studiums als Nachrichtenredakteurin in einem kleinen privaten Fernsehsender an. Ich wollte unbedingt lernen, wie Sendungen aufgebaut und Drehbücher geschrieben werden. Und schrieb nebenbei das Konzept zu „Psycho TV“.

Immer wieder ging ich zu unterschiedlichen Sendern, um das Konzept unterzubringen –  aber die Türen blieben zu. Das Thema Psychologie sei “zu schwer”, “nicht interessant genug”, “nicht wichtig genug”, “es gäbe keine Zielgruppe”.

Es sei ein Tabuthema. Nicht von öffentlichem Interesse.

Die Realität

Besieht man sich die aktuellen Zahlen in Deutschland (vor Corona), zeigt sich ein anderes Bild: Jeder vierte Erwachsene erfüllt im Zeitraum eines Jahres die Kriterien einer psychischen Erkrankung. Das entspricht mit knapp 18 Millionen Menschen der Einwohnerzahl von Nordrhein-Westfalen.  Nur ein kleiner Teil (ca. 20%) begibt sich in Behandlung. Hinter diesen Zahlen stehen auch mitbetroffene Partner:innen, Kinder, Geschwister, Freunde, Arbeitskollegen. Menschen mit psychischen Erkrankungen haben eine deutlich geringere Lebenserwartung. Psychische Erkrankungen sind der zweit häufigste Grund für Krankmeldungen und der häufigste Grund für Frühberentungen. Wir haben in Deutschland Ausgaben von jährlich 44 Milliarden direkter Kosten.
Jeden dritten Tag stibt ein Kind an oder in Folge von Gewalt. Jeden zweiten Tag sieht ein Kind oder Jugendlicher (10-20 Jahre) einen Suizid als letzten Ausweg.

Kein Thema? Für mich ist das absolut nicht nachvollziehbar.

Noch immer – mittlerweile 2021! mitten in einer weltweiten Pandemie! – gibt es leider keine sinnvolle Sendereihe zu dem Thema. Für Medizin gab es das schon immer – für Psychologie bis heute nicht.

Dabei haben wir seit einigen Jahren durch die Forschung aus Psychologie, Medizin, Neurologie eindeutige Ergebnisse: Unsere Psyche wirkt zentral auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Auf unsere Lebensqualität und auf die Art, wie wir Beziehungen führen. Die Erkenntnisse liegen auf dem Tisch, nach welchen Grund-Prinzipien unsere Psyche funktioniert und wie wir selbst jeden Tag dafür sorgen können, dass wir (auch in schwierigen Zeiten) in der Kraft, im Vertrauen und in der Zuversicht bleiben.
Die eigene Psychologie ist keine Geheimwissenschaft. Sondern unsere innere Kraft!

Trotz dieses Wissens und der stark steigenden Raten an psychischen Erkrankungen in Deutschland gibt es weder im Schulsystem noch in der Medienlandschaft etwas Substantielles dazu.
Ist Gesundheitsbildung (körperlich und psychisch) nicht auch ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung?

Der Unterschied für die Kinder findet JETZT statt.

Sind wir nicht JETZT verpflichtet, diese Erkenntnisse großflächig zu teilen? Ist es nicht unsere zentrale Aufgabe und Verantwortung, JETZT der nächsten Generation von Anfang an diese Dinge mit auf den Weg zu geben, die sie brauchen, um mental und emotional in der Kraft, resilient, zu bleiben?
Sie schauen sich doch genau JETZT von uns ab, wie man sich durch herausfordernde Zeiten führt!

Also liebe Fernsehverantwortliche, liebe Chef-Redakteure, liebe Journalisten – wie wäre es mit einem Paradigmenwechsel?

Wie wäre es, den Blick viel stärker auf Themen wie psychischen Gesundheit und Resilienz zu richten?

Auf das, was uns psychisch stärkt?

Auf die wirksamen mentalen und emotionalen Methoden, die wissenschaftlich hinreichend belegt sind?

Wie wäre es mit fundierter Gesundheitsbildung?

Mit sinnvoller und sichtbarer Prävention?

Das ist der Weg der Zukunft – schon VOR den Herausforderungen des Lebens das notwendige Repertoire bereit zu haben. Es von Kindesbeinen an zu lernen. Damit es dann sicher angewendet werden kann, wenn die Stürme des Lebens kommen.

Passt gut auch euch auf. Herzlich, die Katrin 🧡

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